Fotos einer 1976 dokumentierten Vodun-Zeremonie in der Volksrepublik Benin, Westafrika
2009 kommt ein lange gehegtes Projekt in die Schlussphase:
Das 1976 aufgenommene Tonmaterial soll repräsentativ auf 2 CDs erscheinen. In
Zusammenarbeit mit Daniel Rüegg vom Musikethnologischen Archiv in Zürich sind
die damals mit einem 'UHER professional' gemachten Aufnahmen einer sich über 9 Tage
hinziehenden Hebioso-Zeremonie auf DAT überspielt, und in einem langwierigen
Prozess für die Präsentation auf 2 gefüllte CDs 'zusammengeschnitten' worden.
Der weitere Schritt wird die exakte Bearbeitung im Studio resp. die Erstellung der
Mutter-CDs sein. Wir suchen Sponsoren für dieses leider nicht gerade billige
Projekt sowie sinnvolle Vertriebskanäle - und Personen, die sich jetzt schon für
diese CDs interessieren:
Unveröffentlichte und einmalige live-Aufnahmen mit sehr
speziellen Gesängen und aussergewöhnlichen Glocken- und Trommelrhythmen. Dazu
die entsprechenden Dokument-Aufnahmen der üblicherweise nur gedachten Trommelsprache
- allerdings gar nicht nur für Musikethnologen! ...
2006 wurde das ausgewählte Material im betreffenden Dorf den Verantwortlichen und den damaligen Spielern
zur Begutachtung und zur Einholung ihres Einverständnisses vorgelegt. Da in der Zwischenzeit (...) CD-Spieler
auch im Dorf nichts Fremdes mehr sind, konnte ich Kopien der Master-CD übergeben. Das Projekt ist mit
Begeisterung und Anerkennung aufgenommen worden, da es diese Zeremonie lokal zwar im kleinen Rahmen noch
gibt, sonst aber diese Musik mehr und mehr dem Untergang entgegen geht.




Die Tonaufnahmen:
Die beiden CDs dokumentieren eine Hebioso-Zeremonie vom 7./8. bis zum 15. März
1976, zu der ich vom Vodunpriester eines kleinen Dorfes in der Umgebung von Allada
persönlich eingeladen war. Vorgängig erhielt ich für die Zeit eines Jahres eine
Forschungserlaubnis vom entsprechenden Ministerium, und ich hatte eine schriftliche
Erlaubnis vom Bürgermeister der Region für diese bestimmte Zeremonie erhalten.
Es war die Zeit der Révolution im Benin, die unter andern auch den Slogan prägte:
Le fétichisme - à bas. Es war also mit einigen Schwierigkeiten verbunden, eine solche
Zeremonie zu besuchen und musikalisch zu dokumentieren. Zudem regnet es zu dieser
Jahreszeit immer wieder - zwar kurz aber sehr heftig; ich wohnte etwa eine halbe
Stunde vom Ort weg und war mit einem Mobilette unterwegs, und das Dorf war nur auf
'Pfaden' erreichbar. Pannen mit dem Gefährt, aber auch mit den Aufnahmegeräten
gehörten praktisch zum Alltag. Mit Ausnahme vom 8. und 12.3., fanden alle Zeremonien
jeweils am späteren Nachmittag statt, manchmal etwas früher, manchmal etwas später -
ich versuchte mein Möglichstes, immer irgendwie auf Abruf bereit zu sein.
Verwendetes Material:
UHER 404 (Vierspurgerät), 2 dynamische Revox-Mikrophone mit Nierencharakteristik
(mit je 5m Kabel) wo möglich auf Stereo-Schiene und Stativ. 10 Agfa-Bänder auf
12cm-Spulen mit einer Kapazität von 20Min pro Durchlauf bei einer
Aufnahme-Geschwindigkeit 19 cm/Sek.